Paddeltour
Rätzseerunde
16,5km
5 Stunden
Die Rätzseerunde ist eine beliebte Paddeltour in der Region der mecklenburgischen Kleinseenplatte, die auch als das Gebiet der 1000 Seen bezeichnet wird. Die Möglichkeit zu einer Tagesrundfahrt per Kanu oder Kajak ist hier einmalig in der Seenlandschaft. Auf etwa 16 Kilometern führt die Tour zum Teil auf motorbootfreien Seen und durch schmale Kanäle. Dabei gibt es viel zu entdecken.
Wir fuhren zur Fleether Mühle und parkten die Autos direkt am Campingplatz, auf dem sich der Kanuverleih befand. Dort bekamen wir 3 Kajaks, die wir zuerst zur (1) Einsetzstelle am Oberbek-Kanal brachten. Der schmale Kanal führte uns dann zum (2) Rätzsee. Der Rätzsee bildet einen der schönsten Abschnitte der Runde. Er ist meist ruhig. Die Uferzonen sind von Schilf und Wald eingerahmt. Der See ist mit 5,5 Kilometern sehr lang und misst an der breitesten Stelle 750 Meter. Diesen durch paddelten wir zu ungefähr zwei Drittel der Länge, bevor wir in den (3) Drosedower Bek einbogen. Die Drosedower Bek ist ein kurzer Wasserlauf in der Mecklenburgischen Seenplatte, der den Rätzsee mit dem Gobenowsee verbindet. Sie gehört zum System der Oberen Havel und ist für ihren sehr ruhigen, naturbelassenen Verlauf bekannt. Auf ihrer rund 2,5 Kilometer langen Strecke fließt sie nur mit sehr geringer Neigung durch Erlenbrüche und Sumpfgebiete. Der Begriff „Bek“ ist die niederdeutsche Form von „Bach“. Auf der Hälfte der Strecke passierten wir eine Fußgängerbrücke. Auf ihr verläuft ein Teilabschnitt des Mecklenburger Jacobweges, der zur Fleether Mühle führt. Am Ende des Bek standen weitere Bootshäuser, die bereits modernisiert wurden.
Als nächstes erreichten wir den (4) Gobenowsee, der etwa 3,5 km lang und bis zu 1,2 km breit ist. Am nördlichen Ufer liegt ein langgestreckter Campingplatz direkt am See. Vom See fuhren wir in den (5) Dollbek-Kanal. Die Dollbek ist ein kurzer, idyllischer Kanal. Auf rund 1,4 Kilometer Länge verbindet sie den Gobenowsee im Norden mit dem Labussee im Süden. Der Kanal ist durchschnittlich nur 20 Meter breit. Für motorisierte Boote ist die Befahrbarkeit beschränkt. Ausgenommen sind zum Beispiel Angler mit einer entsprechenden Berechtigung. Nach kurzer Zeit erreichten wir dann den (6) Labussee.
Der Labussee ist Teil der 32 Kilometer langen Bundeswasserstraße Müritz-Havel-Wasserstraße. Der See ist zirka 3 Kilometer lang und bis zu 900 Meter breit. Gegenüber der Ausfahrt aus dem Dollbek-Kanal befindet sich in Canow ein Fischimbiss, den wir nun ansteuerten. Der (7) Fischimbiss gehört zur Fischerei Wesenberg. Er bietet fangfrischer Frischfisch, verführerischer Räucherfisch und delikate Marinaden. Außerdem erhält man erfrischende Getränke vom Fass. Wir legten an einem der Stege an und machten es uns auf den Bänken bequem.
Nach der Pause paddelten wir auf dem See weiter nach Westen. Der Bootsverkehr nahm hier jetzt deutlich zu und stauten sich an der (8) Diemitzer Schleuse. Wir durften daran vorbeifahren und fuhren dann als letzte in die Schleuse ein. Die Schleuse Diemitz wurde in den 1880ern nach dem Maßen der Schleusen in Finow erbaut und 1977–1978 durch einen Neubau ersetzt. Sie gleicht den Wasserstand zwischen dem Labussee und dem Großen Peetschsee aus und hat eine durchschnittliche Fallhöhe von 1,29 Meter. Die Schleusenkammer kann auf 42,1 m Länge genutzt werden. Sie ist die meist frequentierte in der Region der Mecklenburgischen Seenplatte. Mit knapp 40.000 Sportbooten weist die Schleuse Diemitz bundesweit die meisten Passagen auf. Der Große Peetschsee wurde schnell von uns durch paddelt. Gleich dahinter erreichten wir den (9) Vilzsee. Am Ort Fleeth bogen wir wieder in den Oberbek-Kanal ein und paddelten diesen bis an die Straße an der Fleether Mühle, wo sich die Umtragestelle befindet.
Die Mühle wurde im 13. Jahrhundert vom Kloster Eldena am Bach Driculne erbaut und 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Das vierstöckige Mühlengebäude wurde um 1800 im Stil des Klassizismus. Zu dem Dreiseithof gehörten auch ein Pferdestall, eine Scheune und ein Backhaus, das später als Schmiede fungierte. Auf der anderen Seite der Oberbek wurde ein Sägewerk gebaut. Das heute noch existierende Mühlrad hat einen Durchmesser von vier Metern. Leider brannten die Gebäude vor einigen Jahren ab und wurden durch einen Neubau ersetzt. Neben dem Hotel befindet sich ein Biergarten, wo sich die Kanufahrer entspannen können.
Hier endete unsere Tour nach 16,5 Kilometer. Wir waren recht schnell unterwegs gewesen und genossen den windstillen und sonnigen Tag bei der Tour. Wir brachten die Boote zurück in den Verleih und machten uns dann auf die Rückfahrt in den Ferienpark.
Bildergalerie:















Routenplan:
| Wegpunkt | Entfernung | Fahrzeit |
|---|---|---|
| Fleether Mühle | 0,0km | 0h:00min |
| Rätzsee | 0,8km | 0h:15min |
| Drosedower Bek | 5,0km | 1h:35min |
| Gobenowsee | 7,5km | 2h:30min |
| Dollbek | 8,8km | 2h:50min |
| Fischereihof | 11,0km | 3h:30min |
| Müritz-Havel-Kanal | 13,5km | 4h:05min |
| Vilzsee | 15,0km | 4h:40min |
| Fleether Mühle | 16,5km | 5h:00min |


Skizze zum Tourenverlauf

